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 Passion for Sail

Einen ausführlicheren Bericht zu diesem Abenteuer findet man auf: www.leisure17.de

Meine Route verlief damals von Genua über Barcelona, Mallorca, Ibiza, Formentera, Espalmador, Malaga, Gibraltar, Tanger, Casablanca, Lanzerote, Fuerteventura nach Gran Canaria.

  

Kanarische Inseln, Mer II liegt vor Heckanker - so weht eine kühlende Brise in die Kajüte.

  

...Nein, das fühlt sich jetzt wirklich an wie ein Fisch - Licht an! Tatsächlich, ein Fisch!, ein fliegender Fisch - ehemals fliegend - er muss, ohne dass ich etwas gemerkt habe zu mir ins Bett geflogen sein, wo er aber leider unter der Bettdecke jämmerlich erstickt ist und plattgequetscht wurde. Man kann die Flügel noch erkennen - fliegt einfach zum Niedergang herein in meine Kajüte! Das wollte ich sofort aufschreiben bevor ich morgen wieder zu faul bin....

  

Allein übers Meer - und glücklich!

Ich liege im Bett, kurz vorm Einschlafen und meine Hand berührt etwas, das ich tastend nicht identifizieren kann. Weich, etwas zäh, man kann den Fingernagel so eindrücken - vielleicht irgendein Papier-Abfall oder Alufolie zusammengeknüllt? Es ist natürlich ganz dunkel und ich rieche daran. Stinkt nach Fisch, aber das sind wohl meine Hände, denn hier stinkt alles komischerweise nach Fisch. Darüber habe ich mich vorher schon gewundert. Ob ich zum Fisch mutiere? Nein, wohl kaum. Dieses Ding hat die Form von einem Fisch. Hat die Mer II ein Leck und die Fische kommen hereingeschwommen? Nein, das geht auch nicht. Was ist das? Ob ich mal ein wenig reinbeißen, kosten soll?...

  

The Rock! Ansteuerung von Gibraltar und Europe Point

8.August 1993

22.20Uhr 766Millibar

Nacht, Rückenwind, flotte Fahrt. Frachter über 100 Meter Länge von achtern auf Kollissionskurs, kommt langsam näher.
Ich habe keinerlei Bedenken, mehr als 30 Meter breit kann er kaum sein und bei diesem Wind weiche ich immer aus. Ich hole mal die Taschenlampe ins Cockpit. Jetzt dreht er ab, einen richtigen Haken schlägt er, Flamenco Musik kommt bei mir aus dem Niedergang. Der Frachter passiert langsam an Backbord. Irgendwelche Anzeichen von Menschen sind immer schön und aufheiternd. Pechschwarze Nacht heute - der Mond kommt erst später. Dicke grüne Kugeln leuchten lange im Kielwasser hinter mir -Meeresleuchten! Ziemlich flott geht es dahin, Genua ausgebaumt, der Autopilot steuert die ganze Zeit.

Leisure 17, englisches Kajütboot mit Kimmkielen, Länge: 5,13 Meter



MER II geht auf große Fahrt mit Autopilot und Plastiksextant




Mitten aus meinem Logbuch:


.......... 7. August 1993

14.30 Uhr 767 Millibar

Habe soeben den Null-Meridian von Greenwich übersegelt und bin somit auf westlicher Länge!

In der Nacht ging es ganz gut voran. Zweimal begleiteten uns Delphine. Sie schwimmen so knapp vor dem Bug, dass ich, wenn ich im Bugkorb sitze, sie bald berühren könnte. Am Morgen blieb dann der Wind aus und nur noch 5 Minuten-Windchen, einmal von da, dann von dort, kosteten ein paar Nerven. Jetzt, kurz nach Ortsmittag, weht wieder ein beständiger Südwestwind über das gekräuselte Meer mit dunstigem Horizont. Am Vormittag begegnete ich einer richtig großen Meeresschildkröte, die aber, als ich mich näherte, auf Tauchstation ging.

  

  "Mer II"                                                 Leisure 17                                               Genua, Italien - Puerto Mogan, Gran Canaria